Wilhelm (Friedrich Ernst) Höpfner

Höpfner, Wilhelm (Friedrich Ernst)

1899 (Magdeburg) - 1969 (Magdeburg)

Grafiker, Maler, Illustrator

BIOGRAFIE //

Sohn eines Musikers, Orchestermitglied des Magdeburger Stadttheaters (Musik und Konzertbesuche üben großen Einfluss auf W. Höpfner aus)

Skizzenstudium bei Theater, Varieté oder Zirkusbesuchen

1918
Besuch der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Magdeburg bei Richard Winckel

1918-21
Studium an der Staatlichen Kunstschule Berlin
Abschluss mit dem Zeichenlehrerexamen für höhere Schulen
Einfluss der Uraufführung von Bertold Brechts „Dreigroschenoper“

1921
Beginn des Schuldienstes in Magdeburg,
Ausübung einer 40jährigen Tätigkeit als Kunsterzieher
Mitglied der Magdeburger Künstlervereinigung „Die Kugel“ (bis 1923)
Ausmalung des Schinkelsaals im Magdeburger Gesellschaftshaus „Klosterbergegarten“ auf Anregung von Bruno Taut

1921-37
Reisen nach Italien, Frankreich, England, Spanien, Nordafrika,
Österreich und der Schweiz

1923
Lehrer an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg

1922-25
freier Mitarbeiter der Volksstimme Magdeburg mit satirischen sozialkritischen und politischen Zeichnungen

Einfluss Kubismus, Futurismus, Dada, Verismus und Surrealismus in seine Kunst,
geistige Verwandtschaft mit Käthe Kollwitz, Otto Dix und Paul Klee sowie Francisco de Goya, Alfred Kubin, Marc Chagall, René Magritte, Max Ernst
Einbeziehung von Filmthematiken in seine Kunst

1924/25
Radier-Zyklen zu Charlie Chaplin und Harold Lloyd

um 1925
Einflüsse des Bauhauses in Weimar und Dessau in seine Kunst – kubistisches Formengut, konstruktivistische Kompositionselemente: es entstehen Blätter wie „Mechanisches Ballett“ oder „Mechanischer Handball“

1926-31
in Berlin als Lehrer tätig
Bekanntschaft mit Käthe Kollwitz und Max Liebermann

während der Zeit des Faschismus wurde sein künstlerisches Wirken eingeschränkt,
fünf Arbeiten erschienen auf der Liste der s.g. „Entarteten Kunst“

Bildaussagen werden verschlüsselt – an die Stelle von Menschendarstellungen traten häufig Tiere (Reptilien und Insekten) als Metapher für menschliche Probleme dieser Zeit, häufig mit Satire und Ironie

1942
Vernichtung von rund 200 Druckplatten bei einem Bombenangriff auf Berlin (Zerstörung der Druckerei Felsing in Berlin-Charlottenburg)

1943-45
Kriegsdienst und sowjetische Kriegsgefangenschaft

nach 1945
zunehmende Auseinandersetzung mit literarischen Werken, Fabeln und Märchen u.a. von Joachim Ringelnatz, Gebrüder Grimm, E. T. A. Hoffmann, Jean Paul

1952-59
Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler Deutschland (Raum Magdeburg)

1961
Erich-Weinert-Kunstpreis der Stadt Magdeburg

1962
Studienreise nach China

1964
Studienreise nach Mittelasien

1964-68
Mitbegründer des Magdeburger Grafikkreises

1966
Puppengestaltung, Bühnenbild und Gesamtausstattung für „Die Himmelfahrt der Galgentoni“ von Egon Erwin Kisch im Städtischen Puppentheater Magdeburg

seit 1984
vergibt die Winckelmann-Gesellschaft den Wilhelm-Höpfner-Preis zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler

Werke u.a. Winckelmann-Museum Stendal besitzt den Nachlass des Künstlers (Online Sammlung unter https://st.museum-digital.de/collection/677), Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Quellen:
Magdeburger Biographisches Lexikon, Beitrag von Jörg-Heiko Bruns (https://mbl.ub.ovgu.de/Biografien/1374.htm)
Helgard Sauer, Wilhelm Höpfner, Maler und Werk, Dresden 1988.

 

 

AUSSTELLUNGEN //

1922
Beteiligung an der Ausstellung der Berliner Sezession

1929
Teilnahme an der Berliner Ausstellung der Preußischen Akademie der Künste mit umfassendem Radier-Zyklus

nach 1969
viele retrospektive Ausstellungen

2024/ 25
Ausstellung im Winckelmann-Museum: Wilhelm Höpfners Bilder (1899–1968) – Skurriles – Phantasievolles – Kinderbücher mit Katalog

WERKE DES KÜNSTLERS

Höpfner, Wilhelm (Friedrich Ernst)

Heuschrecke
1930er/ 1940er Jahre

Aquarell auf Papier

34,5 cm x 42 cm
Erhalten Sie unseren Newsletter ...
Folgen Sie uns auf ...