Lewinger, Ernst
1931 (Dresden) - 2015 (Dresden)
BIOGRAFIE //
„Ernst Lewinger gehört zu wichtigen Vertretern eines intimen, poesiebetonten Realismus der Dresdner Malkultur mit eigener Stimme und unverwechselbarer Ausstrahlung.“ Heinz Weißflog
1947-48
Privatstudium bei Edmund Kesting in Dresden
1948-51
Studium an der Kunstakademie in Dresden
Schüler von Josef Hegenbarth und Hans Theo Richter
gefördert durch den damaligen Rektor Architekt Mart Stam
1951-53
Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg bei Alexander Camaro und Hans Uhlmann
Unterricht bei Will Grohmann in Kunstgeschichte
seit 1953
freischaffend tätig
1957-59
Arbeit als Zeichenlehrer
1960-65
zeitweise im Kupferstich-Kabinett Dresden als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig
danach freischaffend in Dresden tätig
wichtige Einflüsse durch:
Paul Klee und Alfred Kubin
viele Wanderungen durch Böhmen und Sachsen
die Malerei der Romantik und ein Anknüpfen daran
Oper- und Theaterbesuche
seit 1972
als Buchillustrator tätig, prämiert, darunter: E.T.A. Hoffmann – Der goldene Topf, Eduard Möricke – Mozart auf der Reise nach Prag, Ferdinand von Saar – Ginevra und andere Erzählungen, Theodor Fontane – Cecille, Hermann Hesse – Merkwürdige Nachricht von einem anderen Stern, Friedrich Huch – Träume-neue Träume u.a.
Zitate über Ernst Lewinger:
„Bemüht sich mit feinem, sensiblem Federstrich gezogenen Arbeiten (Landschaft, Straßenbilder etc.), die oft einen infantilen, naiven Charakter tragen, um Hintergründigkeit und Überhöhung der Naturvorlage.“
aus: Hans Vollmer Künstlerlexikon
„Eine stoische Ruhe erfüllt die auf Ausgleich ziehende Kunst von Lewinger mit Konzentration auf das Atmosphärische der Stimmung, aber auch ein Anflug von arkadischer Inselzurückgezogenheit angesichts einer bedrückenden, auch ins Eigene greifenden Gegenwart von Kälte und Lieblosigkeit. Seine Landschaften sind deshalb innere Bilder, Projektionen, handwerklich gute Malerei, die nicht nur abbildet, sondern das eigene Gefühl einbringt, zusammengehalten von einer impressionistischen Musikalität, die an die schwermütigen Melodien Claude Debussys oder Maurice Ravels erinnert.“
Heinz Weißflog
„Lewinger verwaltet eine Erbe Seurats, Morandis, Giacomettis. […] Auch scheint etwas vom pädagogischen Eros Meyer-Amdens, Schlemmers und Muches bei Lewinger wiederaufzuleben […]. Diffuse Atmosphäre, durchlichteter Raum und saugende Stille bilden sich in Zeichnungen, die fast völlig auf Konturen verzichten. […] Lewinger verkürzt Kandinskys ‚Punkt und Linie zu Fläche‘ auf das grafisch künstlerische Urelement des Punktes. Das zwingt ihn, alle Erregung zu leise sanftem Gleichmut des Schauens abzudämpfen, allen Willen in lauschender Hingabe zu bändigen. […] Dann und wann überhaucht Lewinger seine Blätter mit zarten Aquarellfarben. Sie differenzieren das im Pünktchengewebe eingefangene Licht und die feuchtigkeitsschwangere Luft.“
Dr. Diether Schmidt
„Die Hintergründigkeit insbesondere des zeichnerischen Werkes, ‚eine Traumhaftigkeit und die filigranhafte Zartheit einer Irrealität, einer Stille der Melancholie‘ ist schon von Fritz Löffler bewundert worden.“
Thomas Bürger
Quellen:
Hans Vollmer, Künstlerlexikon, Band 6, S. 206.
Onlineausstellung Deutsche Fotothek:
https://fotothek.slub-dresden.de/index.html?/html/ausstellungen/lewinger_01.html
[zuletzt abgerufen am: 10.07.2026]
Weißflog, Heinz, Artikel, Nachruf: In die Stille entrückt. Zum Tode des Dresdner Malers und Grafikers Ernst Lewinger, DNN, Ausgabe vom 14.12.2015.
Schmidt, Dr. Diether, Ernst Lewinger, Staatlicher Kunsthandel der DDR, Galerie im Stadthaus, Jena 1978.
AUSSTELLUNGEN //
1959
Ausstellung im Lindenau-Museum Altenburg
1968
Ausstellungsbeteiligung Leonhardi-Museum Dresden
1978
Galerie im Stadthaus Jena
1978
Greifen-Galerie Greifswald
1980
Galerie Nord Dresden
1981
Galerie Erph Erfurt
1982
Ausstellungsbeteiligung Galerie Schmidt-Rottluff, Chemnitz
1982
Kunstgalerie Bautzen
1983
Galerie im Friedländer Tor Neubrandenburg
1987
Ausstellungsbeteiligung Galerie Kunst der Zeit Dresden
1988
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
1990
Neue Dresdener Galerie
1996
Galerie am Blauen Wunder Dresden
2005
Onlineausstellung Deutsche Fotothek Dresden
2011
Galerie am Blauen Wunder Dresden
2016
Gedenkausstellung Galerie K Westend Dresden